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Unsere Mutter ist nun schon über 6 Jahre im Haus Liebhartstal. Sie zog in eine schöne kleine Wohnung im Bereich der Tagfamilie, da aufgrund ihrer Demenz schon eine Tagesbetreuung nötig war. Sie bekam eine Wohnung mit Blick in den schönen Garten, den unsere Mutter immer sehr genießt. Schon bald fand sie dort unter den anderen Einwohnern ihres Bereiches Freunde, aber auch im restlichen Teil des Hauses, weil sie sehr oft mit ihrem Rollator durchs ganze Haus oder auch im Garten herum geht. Die Betreuer beschäftigen sich mit viel Einsatz mit den Einwohnern, in der Tagfamilie mit dementen Personen auch immer wieder Denkspiele um das verbleibende Gedächtnis zu trainieren. Den Helfern stehen auch immer wieder Zivildiener zur Seite, welche sich sehr herzlich um die Einwohner kümmern. Eine extrem engagierte Betreuerin hat sogar einmal mit unserer Mutter einen Kuchen gebacken, den meine Mutter vorschlug und unbedingt backen wollte. Geduldig müssen die Betreuer aber auch mit diversen Nebenerscheinungen im Zuge der Demenz umgehen, was nicht immer leicht ist. Nach sechs Jahren waren diese Nebenerscheinungen bei unserer Mutter jedoch schon so, dass der Verbleib inm der Tagfamilie nicht mehr möglich war. Sie sollte auf die Station2, die mehr Betreuer, aber vor allem auch eine Betreuung rund um die Uhr bietet. Mit uns abgesprochen lösten wir also die Wohnung im Bereich der Tagfamilie auf und mit ein paar wenigen Sachen übersiedelte meine Mutter auf die Station2. Mittlerweile wurde ihre Unruhe aber für die Betreuer anstrengend, weil sie immer mit ihren Rollator herumläuft - auch den Betreuern in die Zimmer folgt, und sich dort teilweise herumstehende Gegenständen aneignen will. Mit viel Geduld müssen sie die Betreuer immer wieder aus dem Zimmer schicken. Einmal war unsere Mutter im ganzen Heim nicht mehr auffindbar, trotz eifriger Suche aller Betreuer im Haus. Somit wurden wir benachrichtigt, dass sie die Polizei verständigen müssen. Einige Betreuer suchten auch noch nach ihrer Dienstzeit mit uns im Heim weiter nach meiner Mutter - vielleicht war sie ja zu einer Freundin in ihrem ehemaligen Tagfamilienbereich gegangen. Leider war dem aber nicht so. Nach Mitternacht verständigte uns die Polizei, dass unsere Mutter im 2. Bezirk gefunden wurde. Sie war also aus dem Heim weggelaufen und wahrscheinlich mit öffentlichen Verkehrmitteln in die Innenstadt gefahren. Tja, das Haus Liebhartsthal ist keine geschlossene Anstalt, das Personal darf die Personen nicht zurückhalten und am Verlassen hindern, sie dürfen sie nur versuchen zu überreden im Haus zu bleiben. Sollte unsere Mutter weiterhin "Ausbrechversuche" unternehmen wollen, dann muss sie wohl in ein anderes Heim mit "richtiger" Demenzstation übersiedeln. Diese haben dann eine geschlossenen Station um Ausbrechversuchen entgegenzuwirken. Solche Verlegungen werden von der Heimleitung in einem Gespräch mit den Angehörigen vorher besprochen. Natürlich ist dieses Gespräch nicht immer einfach, aber wir wurden immer freundlich und kompetent über die Vorkommnisse der letzten Zeit informiert, welche zu den notwendigen vorgeschlagenen Maßnahmen führten. Wir wissen noch nicht, wie die nächsten Wochen, Monate oder vielleicht sogar Jahre weitergehen, wollen uns aber jetzt einmal so richtig bei den Betreuern, dem medizinischen Personal und der Heimleitung für die tolle Betreuung und Kooperation mit uns bedanken! Unsere Mutter fühlt sich hier sehr wohl und gut aufgehoben!